Wien um 1800 – eine Metropole im musikalischen Umbruch. Hier kreuzen sich die Wege zweier Genies, ohne sich je begegnet zu sein. Unser neues Konzertprogramm „Wiener Dialog“ bringt Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert in ein faszinierendes musikalisches Gespräch.
Auf dem Programm stehen Mozarts Ouvertüre zu Der Schauspieldirektor und die Sinfonia concertante für Violine und Viola mit Kim Seowon (Violine) und Angel Muñoz-Vella (Viola).
Den Abschluss bildet Schuberts monumentale Sinfonie Nr. 8 in C-Dur „Die Große“. Die musikalische Leitung übernimmt Javier Álvarez Fuentes. Ein Konzertabend voller Wiener Esprit, virtuosem Dialog und visionärer Größe.
Zum Programm
Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre zu „Der Schauspieldirektor“, KV 486
Der Abend beginnt mit einem Augenzwinkern und reinem Wiener Theater-Esprit. Im Februar 1786 gab Kaiser Joseph II. im Orangeriegebäude von Schloss Schönbrunn ein Fest aus, bei dem Mozart diese spritzige Komödie uraufführte. Die Ouvertüre ist ein funkelndes Meisterwerk voller Humor, Tempo und theatralischer Dynamik. Sie zieht das Publikum sofort hinein in das lebendige, pulsierende Treiben der Wiener Kulturwelt.
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur, KV 364
Im Zentrum des ersten Teils steht der Dialog im wahrsten Sinne des Wortes. In der Sinfonia concertante verschmelzen Solokonzert und Sinfonie zu einer perfekten Einheit. Violine und Viola agieren wie zwei Opernstimmen, die miteinander plaudern, sich necken, sich trösten und virtuos ergänzen. Obwohl kurz vor Mozarts festem Wiener Umzug komponiert, atmet dieses Werk bereits jene Eleganz und tiefgründige Emotionalität, die Mozart kurz darauf in den Wiener Adels-Salons berühmt machen sollte.
Franz Schubert: Sinfonie Nr. 8 in C-Dur, D 944 („Die Große“)
Danach antwortet Franz Schubert mit seinem orchestralen Vermächtnis. Schubert bewunderte Mozart zutiefst und baute auf dessen symphonischem Erbe auf. Seine Große C-Dur-Sinfonie sprengte jedoch alle bisherigen Grenzen. Mit Recht sprach Robert Schumann später von den „himmlischen Längen“ dieses Werkes. Schubert verbindet hier die klassische Formstrenge Mozarts mit der sehnsuchtsvollen Melodik der Romantik und der rhythmischen Urkraft wienerischer Tänze. Ein monumentales Tongemälde, das den Geist Wiens in all seiner Pracht und Melancholie einfängt.















